Das Buch zur Debatte

Martin Kött
Goldhagen in der Qualitätspresse
Eine Debatte über "Kollektivschuld" und "Nationalcharakter" der Deutschen




Die in den USA preisgekrönte Holocaust-Studie "Hitlers willige Vollstrecker" von Daniel Goldhagen löste im April 1996 - Monate bevor sie überhaupt auf den deutschen Markt kam - eine Welle der Kritik in der deutschen Presse aus. Nach zunächst einhelliger und zum Teil heftiger Kritik entwickelte sie sich schnell zu einem Dauerthema in den Medien. Der Autor untersucht die Berichterstattung von vier deutschen Tageszeitungen (FAZ, FR, SZ, taz) sowie der Neuen Zürcher Zeitung. Aufgrund der anhaltenden Thematisierung und des von den Medien geweckten öffentlichen Interesses zeichnen sich nach Erscheinen des Buches im August ein Wandel der Rezeptionshaltung und eine allmähliche Öffnung des Diskurses ab. So wird das Buch schließlich als Chance für eine offene Auseinandersetzung über die moralische Bedeutung des Holocaust angenommen.

Journalismus und Geschichte Bd. 3
. 1999. 142 Seiten. ISBN 3-89669-255-0



Weitere Informationen zu Buch und Debatte: Betrifft Goldhagen

Verlag: UVK / Konstanz

Pressestimmen

Martin Kött liefert mit seiner sorgfältig argumentierenden und ausgewogenen Studie einen aktuellen Beitrag über den Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocausts in Deutschland, der sich gerade die Historiker nicht verschließen sollten.

Sachor (Zeitschrift für Antisemitismusforschung, jüdische Geschichte und Gegenwart) 10/2000

Dem Autor gelingt es, zahlreiche Kritikpunkte als Missverständnisse (z.B. von Goldhagens anthropologischer Methode, die von einigen Kritikern biologistisch aufgefasst wurde) oder als Projektionen der Kritiker (z.B. bezüglich der Schlagworte "Kollektivschuld" und "Nationalcharakter") aufzudecken.

Medienwissenschaft 3/2000

Der Band verdient Respekt - uneingeschränkt. Der Autor arbeitet sehr schön den "Sinneswandel" der Experten heraus und bezieht durchaus selbst Stellung. Unterm Strich ein lohnender Band, der eindrucksvoll zeigt, dass auch Historiker zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Journalistik Journal 1/2000

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